Jakobschaf: Seine Geschichte und Herkunft

Über den Ursprung des Jakobschafes gibt es unterschiedliche Theorien.

 

Der Name leitet sich von der biblischen Geschichte ab, in der sich Jakob zum Lohn für geleistete Dienste aus der Herde von Laban alle gescheckten Tiere aussuchen durfte(1. Mose 30,Verse 25-43).

 

Die Schafe kamen dann mit Nomaden nach Nordafrika und später mit den Mauren nach Spanien. Wegen ihrer Genügsamkeit und Friedfertigkeit wurden sie als "lebender Nahrungsvorrat" auf den Schiffen der spanischen Kriegsflotte gehalten. Als dann im Jahre 1588 die spanische Armada vor der Küste Englands vernichtet wurde, konnten sich einige Tiere ans Ufer retten und wurden von den dort ansässigen Lords als Kriegsbeute und Souvenir in ihren Parks gehalten.

 

In Vorderasien, Afrika und auf dem europäischen Festland starb diese Rasse aus. Ende der 1950er Jahre war sie auch in England akut gefährdet. Glücklicherweise fanden sich aber einige Züchter in "The Jacob-Sheep Society" zusammen, die auch Liebhaber auf dem Festland, vorab in Holland und Deutschland, motivieren konnten, diese Rasse zu erhalten und reinrassig zu züchten, so dass heute wieder eine solide Population vorhanden ist. In die Schweiz gelangten die ersten Tiere vor ca. 20-25 Jahren, als einzelne Züchter für sich einige Tiere importierten.

 

Im November 2008 wurde in der Schweiz die IG Jakobschaf Schweiz gegründet, mit dem Ziel diese Rasse allgemein bekannter zu machen und die vorhandenen Tiere in einem Herdebuch zusammenzufassen.

 

Das äusserst robuste Jakobschaf kann das ganze Jahr über im Freien gehalten werden. Es handelt sich um ein mittelgrosses, mischwolliges, langschwänziges Schaf, welches zwei, vier oder selten sechs Hörner trägt. Der Kopf ist bis zum Hornansatz wollfrei. Rassetypisch ist ein Gesicht mit weisser, breiter Blesse, dunklen Backen und möglichst dunkler Nase. Die Beine sind unbewollt und weiss oder gefleckt gezeichnet.

 

Die braunweisse oder schwarzweisse Wolle ist sehr gut spinnfähig. Das Vlies besteht aus feinen, schlichten Wollfasern und wenigen, gleichgefärbten Kurzhaaren (Stichelhaaren).

Brunst ist saisonal (ca. September bis Ende Dezember) und eine Erstzulassung ist mit 7-9 Monaten möglich. Es ist jedoch empfehlenswert, die Jungauen erst im Folgejahr zum Bock zu führen. Es werden überwiegend Mehrlinge geboren.

 

Ziel der Züchtung ist ein kleineres bis mittelrahmiges Landschaf mit rassetypischer Ausbildung des Kopfes, der Hörner und der Färbung und Qualität des Wollvlieses. Melierte Wolle ist unerwünscht, ebenso Zwirn und zu grobe Wolle. Dunkle Flecken sollten im weissen Vlies deutlich abgesetzt sein.